|
Künstlerische Vielseitigkeit - Komplexer Prozess - das nichts des leeren, weissen blattes
- die ratlosigkeit, die mitunter dem anfang vorausgeht
- die erste verwandlung eines nur gedachten ins schaubare
- darauf die unzähligen phasen der bildwerdung, das ausarbeiten eines motivs, das verwerfen einer lösung.
- immer wieder der neubeginn
- ein endloses auf und ab zwischen mutlosigkeit und hoffnung
- ein wechselspiel von niederlagen und erfolgen bis hin zu jener letzten, gültigen gestalt, die der inneren vorstellung schliesslich ganz entspricht
Die Umsetzung eines Geistigen ins Sichtbare, das beharrliche Umkreisen der künstlerischen Form und ihr behutsames Einstimmen auf die treibende Bildidee sind vielschichtige Vorgänge. In Zeichnungen und Studien offenbaren sich eindrücklich Kraft und Reichweite des Schöpferischen. "Man sollte keinen Tag verbringen, ohne eine Linie zu ziehen", sagte der griechische Maler Apelles. Und auf Willy Fries passt der Satz Goethes: "Zeichnungen sind unschätzbar, nicht nur, weil sie die rein geistige Intension des Künstlers geben, sondern auch, weil sie uns unmittelbar in die Stimmung versetzen, in welcher der Künstler sich in dem Augenblick des Schaffens befand." Der Künstler In beidem, der Zeichnung als Vorstudie und der Endgestaltung wird die ganze Person Willy Fries fassbar: - tröster und mahner in einem
- leidenschaftlich beschwörend und verstandesklar zugleich
- heftig und dabei doch sachlich
- aus sittlicher verantwortung religiös engagiert, aber tolerant und frei von doktrinären lehrmeinungen
- vielleicht streng und unbequem, jedoch stets wahrhaftig und von unbestechlicher gesinnung
Ihm, dem unablässig Suchenden, verhalfen Studien und Skizzen in immer neuen Anläufen das Bild zu finden und festzulegen. Zusammenfassung aus Vorwort von Thomas Onken im Buch:
Amriswiler Bücherei |